The Legal 500

Deutschland 2016

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VON DER CHEFREDAKTION

Tausende von juristischen Fachkräften vertrauen auf diesen maßgeblichen Guide zu Deutschlands führenden Kanzleien, der einen umfassenden Überblick über rund 400 Wirtschaftsrechtskanzleien und und 2,300 Anwälte in Deutschland bietet. Mehr als nur ein Nachschlagewerk - The Legal 500 Deutschland bietet eine detaillierte qualitative Recherche und Analyse von Kanzleien und Anwälten in fast 50 Praxisbereichen.

Im Rahmen der Recherche von The Legal 500 Deutschland führt unser unabhängiges Team erfahrener Redakteure jedes Jahr hunderte von Interviews mit Anwälten und befragt rund 14,000 Mandanten. Diese Recherche fließt in eine detaillierte Analyse ein, die eine umfassende und gründliche Bewertung der Stärken und Fähigkeiten von Kanzleien in einer Vielzahl an Praxisbereichen erlaubt.

Falls Sie Feedback oder Anregungen zu The Legal 500 Deutschland haben, senden Sie bitte eine Email an editorial@legal500.com.

Anna Bauböck
Chefredakteurin, The Legal 500 Deutschland

 

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Der Rechtsmarkt im Überblick

Im M&A-Markt waren die Auswirkungen der andauernden Staatsschulden- und Bankenkrise in 2012/13 noch immer deutlich spürbar, was dazu führte, dass sich die M&A-Aktivitäten in Deutschland auf eher niedrigem Niveau bewegten. Allerdings bewerten Marktteilnehmer den Ausblick für 2014 aufgrund zunehmender Aktivität von Finanzinvestoren als verhalten optimistisch. Ein weiterer Treiber im Markt waren neben dem steigenden Investitionsdruck von Finanzinvestoren insbesondere US-Unternehmen, die wieder eine gesteigerte Übernahmebereitschaft in einem verbesserten Finanzierungsumfeld zeigten. Allerdings ist abzusehen, dass die Umsetzung des Reformpakets Basel III und die allgemeine Branchenkonsolidierung und -restrukturierung zu einer Zunahme von distressed M&A-Transaktionen führen wird.

Vor diesem Hintergrund war die gesellschaftsrechtliche Dauerberatung für viele Kanzleien ein Rückgrat in einer noch immer volatilen Investitionslandschaft. Steigender Beratungsbedarf war dabei zu Corporate Governance-Themen festzustellen, zunehmend auch bei mittelständischen Unternehmen. Refinanzierungsfragen sind noch immer ein Dauerthema, ebenso wie die präventive Compliance-Beratung. Zudem werden Kanzleien zunehmend bei internen Untersuchungen, zur Beratung von Vorstandsmitgliedern, sowie in der strategischen Beratung und bei kartellrechtlichen Fragen mandatiert; mittelständische Kanzleien fungieren darüber hinaus vielfach als externe Rechtsabteilungen. Durch internationale Netzwerke gewinnen Kanzleien zudem neue Mandate zur Beratung chinesischer Investoren, die bei der Gesellschaftsgründung in Deutschland betreut werden. Ebenso sind Verschmelzungen von Tochtergesellschaften im europäischen Raum ein Schwerpunkt für die gesellschaftsrechtliche Beratung mit internationalem Bezug, wobei Kanzleien über Netzwerke Dauermandanten auch bei ausländischen Investitionen begleiten.

Bedeutende Entwicklungen im Bankensektor waren der weiter steigende Refinanzierungsbedarf bei 2014 oder später fällig werdenden Darlehen sowie eine steigende Zahl an Restrukturierungen. Parallel zeigte sich der Markt jedoch weiterhin solide bezüglich Transaktionen kleinerer oder mittlerer Größe, und Kanzleien verzeichneten zudem eine steigende Zahl großvolumiger Transaktionen, wobei diese zunehmend eine neue Dimension der Komplexität erreichten, da ab einer bestimmten Größe vermehrt ein Finanzierungsmix von Darlehen und Anleihen zum Einsatz kam.

Im Kapitalmarkt berieten Anwälte im ECM-Bereich bei einer Vielzahl von beabsichtigten Börsengängen, darunter auch der vielbeachtete Börsengang von Evonik Industries, wobei eine Reihe anderer Unternehmen es letztendlich nicht an die Börse schafften. Eine Reihe von Transaktionen wurden zudem verschoben, um bessere Marktbedingungen abzuwarten.

Auch im Bereich Investmentfonds blieb das Geschäft in 2012/13, zumindest über einige Monate hinweg, hinter den Erwartungen zurück. Eine mögliche Erklärung ist, dass viele regulatorische Initiativen noch zu wenig ausgereift waren, als dass seitens der Mandanten bereits konkreter Beratungsbedarf hätte generiert werden können. Besonders auffällig hinsichtlich der Beratung zum Thema Investmentfonds war die nach wie vor wachsende Bedeutung der Assetklasse Immobilien, der seit Anfang 2013 substantiell gewachsene Bedarf nach Beratung zur Regulierung alternativer Investmentfonds (AIFMD-Richtlinie), sowie die Zurückhaltung der Asset Manager bei der konkreten Umsetzung der Richtlinien zur Regulierung des außerbörslichen Handels mit Derivat-Produkten (EMIR). Es wird vermutet, dass sich der aufgestaute Beratungsbedarf Ende 2013 in einer Vielzahl konkreter Mandate niederschlägt.

Im Regulierungsbereich war der Bankensektor stark dominiert durch die tiefgreifende Reform des Bankaufsichtsrechts im Zuge der Finanzmarktkrise und die Beratungsfelder der Kanzleien in 2012/13 stark von den neuen Richtlinien und Vorgaben der EU geprägt. Insbesondere zu nennen sind hier die AIFMD-Richtlinie, EMIR und die Reform der Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II). Auch die neuen Eigenkapitalregelungen (Basel III) und die Diskussion um die Einführung eines Trennbankensystems sind Themen. Im Zusammenhang mit Fragestellungen zu einem Bankinsolvenzrecht sind auch Bad Banks wie die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) und FMS Wertmanagement ein Thema. Die geplante EU-Bankenaufsicht bei der EZB im Herbst 2014, Geldwäscheprävention, die Regulierung des Zahlungsverkehrs durch das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz, sowie Compliance-Vorgaben spielten ebenfalls eine Rolle in der Beratung.

Im Restrukturierungsbereich sind nationale und internationale Investoren auf der Suche nach Unternehmen in der Krise mit Potenzial. Im Markt gab es wenige sehr großvolumige neue Krisen und viele Kanzleien arbeiten noch immer an den Fällen Pfleiderer, Praktiker und Qimonda. Insgesamt kommt auch das Mittel der doppelnützigen Treuhandschaft häufiger zum Einsatz. Im Insolvenzbereich ist die Zahl der Unternehmerinsolvenzen in Deutschland stabil geblieben, für 2014 wird jedoch ein minimaler Rückgang prog-nostiziert. Schutzschirmverfahren und Insolvenzen in Eigenverwaltung nach dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) sind häufig und konnten auch bei Großinsolvenzen wie Pfleiderer und Solarwatt zur Anwendung gebracht werden. Die Stärkung der Gläubigerinteressen und -rechte wird sehr positiv bewertet. Vielfach werden Insolvenzen ins Ausland, zum Beispiel nach England, verlagert, um das Scheme of Arrangement zur Anwendung zu bringen.

Im Patentrecht ist der Unified Patent Court (UPC) weiterhin ein Thema, wobei eine Entscheidung erst in einigen Jahren erwartet wird. Während die meisten Kanzleien sich abwartend verhalten, hegen einige bereits konkrete Pläne, neue Büros an den UPC-Standorten Paris, London oder München zu eröffnen. Patentstreitigkeiten im Mobilfunksektor werden fortgesetzt und sind auch weiterhin die größten im Markt, und ein wachsender Branchenschwerpunkt insgesamt ist die Automobilindustrie, eine Branche, auf die sich immer mehr Kanzleien spezialisieren. Darüber hinaus konnte ein gesteigerter Beratungsbedarf an der Schnittstelle Patentrecht und Kartellrecht verzeichnet werden.

Im Bereich Markenrecht entwickelte sich der Markt stabil, wobei ein Trend zum Geschmacksmusterrecht festzustellen war, das eine immer größere Rolle spielte weil es von Marktteilnehmern zunehmend als effektiv angesehen wird. Auch die Farbmarke wird jetzt mehr als aktives Angriffsrecht, nicht nur passives Schutzrecht, gesehen und eingesetzt.

Im Bereich Informationstechnologie und Outsourcing ist das Thema Datenschutz ein Dauerbrenner und es gibt kaum eine Kanzlei, die sich nicht damit befasst. Weitere kontinuierlich an Bedeutung gewinnende Themenbereiche sind Cloud Computing, E-Commerce, Compliance und das Trendthema „Big Data“ (Analyse von Daten für Wettbewerbsvorteile). Kanzleien die im Wettbewerb ganz vorne mit dabei sein wollen beraten Mandanten auch zum Thema Cyber Crime.

Im Bereich der traditionellen Medien entwickelte sich der Markt stabil, allerdings treten Konvergenzen mit dem Bereich der Neuen Medien immer häufiger auf. Nahezu alle im Medienbereich breiter aufgestellten Kanzleien bauen Kapazitäten im Onlinebereich auf und erweitern ihr Beratungsangebot, und selbst klassische Medienboutiquen wenden sich zunehmend dem digitalen Bereich zu. Digitale Medienbereiche, in denen der Beratungsbedarf nennenswert angestiegen ist sind der Gamingsektor, das Glücksspielrecht sowie E-Commerce. Bemerkenswert war in 2012/13 auch die Einbindung vieler Kanzleien in die Prozesse zur Kabeleinspeisung, wobei diese Mandate stark an der Schnittstelle zur IT-Praxis bearbeitet werden. Aufgrund der weiteren Öffnung vieler Praxisgruppen zum digitalen Medienmarkt werden allerdings immer häufiger Teams mit Expertise im Medien- als auch im IT-Bereich zur Mandatsbearbeitung benötigt, so dass sich ein Trend zur Etablierung von TMT-Gruppen abzeichnet.

Im Presse- und Verlagsrecht spielt die digitale Marktöffnung eine zunehmende Rolle. Viele Kanzleien erweitern ihr Beratungsportfolio in Richtung E-Publishing, E-Books, sowie Online- und Providerhaftung bei äußerungsrechtlichen Streitigkeiten. Ein Thema das auch in 2014 noch präsent sein wird sind die gerade anlaufenden Musterprozesse zur angemessenen Vergütung von Autoren.

Der Telekommunikationsmarkt war geprägt durch regulatorische Fragen zum Thema Infrastrukturnutzung und durch das Thema Ausbau der Glasfasernetzwerke. Im Transaktionsgeschäft sind Investitionssicherheiten, Wegerechte und Vertragsgestaltung zentrale Themen. Auseinandersetzungen mit der Bundesnetzagentur zur Infrastrukturnutzung sind eng verknüpft mit Projekten zur gemeinsamen Netznutzung durch verschiedene Anbieter. Medieneinspeiseentgelte sind weiterhin ein Brennthema.

Im Mobilfunkmarkt waren Fusionsprozesse und Unternehmenstransaktionen und die daraus entstehenden kartellrechtlichen Fragen bedeutende Themen. Mit dem Auslauf der GSM-Frequenzen ab 2016 sind Infrastrukturstreitigkeiten zum Kernthema der Beratung geworden. Vermehrter Beratungsbedarf bestand auch im Zusammenhang mit Machine-to-Machine Kommunikation. Durch die weitere Verzahnung der Rechtsgebiete Internet, Datenschutz und Telekommunikation ist im Markt ein gewisser Rückgang an rein telekommunikationsrechtlich tätigen Praxen zu verzeichnen.

Auch wenn sich zwar nahezu alle Kanzleien die Beratung im White Collar-Bereich auf die Fahnen schreiben, können nur die wenigsten im Wirtschaftsstrafrecht Kapazitäten aufweisen, die über die präventive Compliance-Beratung hinausgehen. Es gibt eine Reihe traditioneller Strafrechtsboutiquen, die im Markt hohes Ansehen genießen und zumeist Kapazitäten bei der Unternehmensals auch der Individualvertretung aufweisen. Das größte Verfahren in 2012 stellte die CO2-Emissionszertifikate-Affäre um die Deutsche Bank dar. Spätestens seit der Siemens-Affäre in 2003 zeichnete sich ein Trend ab, der Unternehmen dazu animierte, ihre Compliance-Strukturen auszuweiten, so dass viele Full-Service-Kanzleien mittlerweile in diesem Bereich tätig sind und zu Compliance-Systemen beraten. In den nächsten zwei Jahren könnte die Implementierung eines Unternehmensstrafrechts für neuen Aufwind auf dem wirtschaftsstrafrechtlichen Markt sorgen, da bisweilen teils in juristischen Grauzonen operiert wird und Unternehmen mit einer entsprechenden Gesetzgebung neue Richtlinien umzusetzen hätten.

Bezüglich der Vertretung von Einzelpersonen gibt es in Deutschland eine Riege äußerst etablierter Berater, die einen hervorragenden Ruf im Bereich der Individualverteidigung genießen. Neben der eigenständigen Kanzleitätigkeit bilden diese oftmals Verteidigerteams in Großverfahren, was auch die absolute Abwesenheit von Konkurrenzdenken in diesem Markt erklärt. Ähnlich wie im Bereich der Unternehmensvertretung bietet auch hier ein hohes Mandatsaufkommen Arbeit für eine Vielzahl an Kanzleien. Kritisch angemerkt werden muss jedoch, dass der Nachwuchs in diesem Bereich bisher eher spärlich ist und die seit Jahrzehnten fest etablierten Anwälte den Löwenanteil der Mandate bearbeiten.

Im Versicherungsrecht spezialisieren sich Kanzleien noch immer entweder auf die unternehmensbezogene Beratung von Versicherern, die Produktgestaltung oder das streitige Geschäft – wobei manche es jedoch als Vorteil sehen, den Gesamtbereich abdecken zu können. Bis jetzt haben es jedoch nur wenige geschafft, sich so zu diversifizieren und daher bleiben bestimmte Kanzleien immer noch führend in der Unternehmensberatung, während andere weiterhin Spitzenreiter des Massengeschäfts im Haftungsbereich sind. An der Schnittstelle zum Bank- und Finanzrecht sorgte insbesondere die Beratung von Versicherern zu kapitaleffizienten Anlagemöglichkeiten für Geschäft, wobei die Branchen Immobilien und Energie eine zunehmend wichtigere Rolle spielen.

Die Arbeitsrechtler konnten sich auch in 2013 nicht über einen Rückgang des Mandatsaufkommens beklagen. Insbesondere Restrukturierungen, nicht selten mit Massenentlassungen, zählten zum täglichen Geschäft der Kanzleien, ein Phänomen, das durchaus mit der positiven Konjunkturentwicklung zusammenhängen kann. Viele Unternehmen nutzten die verbesserte Marktsituation, um sich für kommende Krisen mit einer Verschlankung solider aufzustellen. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch einen starken Beratungsbedarf der Unternehmen in Bezug auf Maßnahmen zur Arbeitnehmerbindung. Der Fachkräftemangel wird in Deutschland immer spürbarer und so versuchen Unternehmen beispielsweise mit Boni- oder Teilzeitmodellen für reizvolle Arbeitsverhältnisse zu sorgen.

Auch Fragen zum Gesundheitsschutz beschäftigen Mandanten zunehmend, so beispielsweise die psychische Belastung am Arbeitsplatz. Weiterhin vieldiskutiert, auch wegen bestehender Undeutlichkeiten von Seiten des Gesetzgebers, sind Fragen der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter, insbesondere bezüglich des Datenschutzes. Im Rechtsmarkt verstärkte sich der Trend hin zu Arbeitsrechtsboutiquen weiter.

Der Immobilienmarkt entwickelte sich ausgesprochen positiv und die Immobilienpraxen rückten bei einigen Kanzleien stärker in den strategischen Fokus, was teils auch zu personellem Wachstum führte. Einerseits beschert der niedrige Zinssatz für Immobilienkredite unter anderem die Aussicht auf hohe Renditen und andererseits gibt es in zahlreichen, jedoch keineswegs in allen, Regionen einen stetig steigenden Bedarf an Immobilienojekten. Die positive Gesamtentwicklung hat nicht nur für zahlreiche, spektakuläre Transaktionen am Markt gesorgt, sie lockt auch verstärkt ausländisches Kapital nach Deutschland. Die Einkaufstour von beispielsweise ausländischen Pensionskassen oder arabischen Investoren führt insbesondere bei Investitionen in Core-Immobilien zu hohen Preisen und einem ortsweise gravierenden Angebotsmangel. Dadurch kam es auch zu einer Zunahme an risikoreicheren, weil kostenintensiveren Investitionen in B-Immobilien, welche unter anderem von Hedge-Fonds häufig in Deutschland getätigt und von Kanzleien beraten wurden.

Die Bautätigkeit und somit die einhergehende Beratung entwickelte sich dynamisch. Die in jüngster Zeit öffentlich viel diskutierten kontroversen Bauabläufe und Bauplanungen von Großprojekten treiben die Baubranche allerdings verstärkt um, ein Umstand, der sich für Kanzleien eher positiv auswirkte, da teils eine von Bauträgern und Bauunternehmern zu späte Hinzuziehung von Juristen als Grund vermutet wurde. Ein weiterer Trend, angetrieben durch problembehaftete Bauprojekte, ist die intensive Tätigkeit der Kanzleien bei gerichtlichen wie außergerichtlichen Streitbeilegungen. In der immobilienbezogenen Projektentwicklung dominieren insbesondere der Wohnungsbau und der Bau von Einzelhandelszentren. Während der Bau von Büroimmobilien eher stagniert, hat die Errichtung von Industriebauwerken, insbesondere von Logistik- und IT-Dienstleistungszentren, Konjunktur. Nicht nur bei Großprojekten bleibt ein wichtiger Auftraggeber die öffentliche Hand, wodurch etwa der Beratungsbedarf im Kartellvergaberecht für Baurechtskanzleien zunahm.

Im Umwelt- und Planungsrecht stehen bedingt durch die Energiewende Themen wie die Realisierung von Windparks und Netzanbindung und -ausbau (Strom als auch Gas) im Fokus. Der Anlagenbau, Speichertechnologien aber auch fossile Energieformen sind ebenfalls Inhalte der Mandate. Das produktbezogene Umweltrecht spielt eine wachsende und grenzüberschreitende Rolle, zum Beispiel in der Beratung der Automobilindustrie und Chemiebranche.

Emissionsrechtehandel, Klimaschutz, Energiegewinnung aus Abfall und Müllverbrennungsanlagen sind internationale Themen. Auch transaktionsbegleitend hat dieses Rechtsgebiet eine immense Bedeutung, da bestehende umweltrechtliche Haftungsrisiken, beispielsweise aufgrund einer potentiellen Bodenkontamination, erheblichen Einfluss auf die Bestimmung des Unternehmenswertes haben. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Einholung umwelt- und planungsrechtlicher Genehmigungen bei der Umsetzung großer Infrastruktur- und Industrieprojekte wie zum Beispiel der Fehmarnbelt-Querung. Die alternative Gewinnung von Gas, das sogenannte ‘Fracking’ ist und bleibt ein politisch brisantes Thema.

Durch die stetige Entwicklung des Vergaberechts und der damit verbundenen Änderungen stellen sich sowohl für öffentliche Auftraggeber als auch für Auftragnehmer immer wieder neue Fragen. Nicht zuletzt die aktuelle Rechtsprechung der Vergabekammern und Vergabesenate sowie auch die europäische Entwicklung sorgen für Bewegung und Beratungsbedarf auf beiden Seiten des Tisches. Immer mehr Kanzleien setzen auf eine Niederlassung in Brüssel, da auch der Einfluss des europäischen Vergaberechts immens ist, und es zudem seitens der Kommission Bestrebungen zu einer Neuordnung des öffentlichen Auftragswesens gibt. Die Vergaben in den Bereichen IT und Verteidigung und Sicherheit wachsen, und seit der EuGH den deutschen gesetzlichen Krankenkassen die Eigenschaft als öffentlicher Auftraggeber attestiert hat, ist auch das Gesundheitswesen ein diesbezüglich relevanter Sektor.

Im Bereich PPP oder auch ÖPP gab es insbesondere bei den A-Modellen und im öffentlichen Hochbau Bewegung, allerdings sind große Projekte rar. Immer mehr kommt die Finanzierung mittels Projektanleihen, den sogenannten ‘project bonds’, zustande.

Im Energiesektor ist der Photovoltaik-Bereich aufgrund der Konkurrenz aus China, drastischer Überkapazitäten und des Preisverfalls bei Solarmodulen und Solarzellen schwer angeschlagen und einigen Unternehmen blieb nur der Weg in die Insolvenz. Auch die Anbindung der Offshore-Windparks an das deutsche Stromnetz mit hohen Netzanschlusskosten und das ungeklärte Haftungsregime wirft die Frage auf, wer die Kosten für die Verzögerung des Anschlusses tragen soll.

Ein weiteres Stichwort ist die Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)-Umlage, die bisher zu Lasten des Endverbrauchers geht – die Kehrseite der Förderung der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen und die garantierte Einspeisevergütung für die Erzeuger. Auch die Sonderregelungen für die Befreiung stromintensiver Unternehmen von eben jener Umlage sind ein häufiges Beratungsfeld. Weiterhin steht der Netzausbau von Nord nach Süd, und hier die Gesetzesnovelle zur Beschleunigung des Ausbaus der Netzinfrastruktur und Speicheranlagen (NABEG) im Fokus der Beratung.

Im Steuerrecht war die Beratungstätigkeit zuletzt stark von der politischen Debatte um Steuervermeidungsthemen geprägt. In diesem Zusammenhang nahm der Bedarf an ComplianceBeratung deutlich zu; aber auch die Verteidigung vor Finanzbehörden, sowohl auf Unternehmensseite als auch im Privatkundenbereich, gewann an Bedeutung.

Im Kartellrecht ließen sich in 2012/13 die Konsequenzen eines entschlosseneren Vorgehens der Kartellbehörden beobachten. Insbesondere mittelständische Unternehmen wurden so für kartellrechtliche Themen sensibilisiert und nehmen vermehrt Rechtsbeistand hinsichtlich Compliance und internenen Untersuchungen in Anspruch. Der Markt sah außerdem Kartellverfahren, deren Streitwerte ihresgleichen suchen. Auf zivilrechtlicher Ebene führte dies zu einer Vielzahl von Schadensersatzklagen. Eine wichtige Gesetzesänderung war das Inkrafttreten der 8. GWB-Novelle im Juni 2013. Zentrale Änderungen im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, insbesondere hinsichtlich der Missbrauchsaufsicht, der Verfahrens- und Sanktionsregelungen sowie der Angleichung der deutschen an die europäische Fusionskontrollverordnung, lassen den Bedarf nach kartellrechtlicher Beratung ansteigen.

Der Private Equity-Markt ist nach wie vor auf dem Weg der mäßigen Besserung. Hochvolumige Transaktionen ab €500 Millionen kommen seltener vor – und sind höchst konkurrenzbetont. Besser sieht die Lage jedoch im mittleren Marktsegment aus. Viele Marktteilnehmer berichten zudem von einem gewissen Anlagedruck: die Finanzierungssituation ist komfortabel, vielversprechende Zielunternehmen jedoch rar. Dies ist jedoch mehr der Eigenkapitaltranche als der Fremdfinanzierung geschuldet, weshalb sogenannte All-Equity Finanzierungen gegenüber den Leveraged-Buy-Outs (LBOs) zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Im Gegensatz zu Private Equity verblieb der Venture Capital-Markt weitestgehend unberührt von den vergangenen Krisenjahren. Im Gegenteil, in Deutschland lässt sich seit längerem eine gewisse Gründungswelle, insbesondere im Bereich Digitale Medien, beobachten. Vor allem in Berlin ist die VC getriebene IT-Branche äußerst dynamisch, was sich auch an der Etablierung einiger Inkubatoren zeigt. Außerdem entdecken strategische Investoren, sogenannte Corporate Ventures, den VC-Markt für sich. So sind beispielsweise große Medienhäuser zunehmend in VC-Finanzierungsrunden anzutreffen.

In der Streitbeilegung ist der Trend einer erhöhten Streitbereitschaft der Unternehmen nach wie vor zu beobachten, insbesondere bei klassischen handelsrechtlichen Streitigkeiten. Die Entwicklung der Schiedsgerichtsbarkeit ist jedoch keine Geradlinige. Zwar sind schiedsgerichtliche Streitigkeiten bei internationalen Vertragskonflikten mittlerweile die Normalität. Einige Marktbeobachter berichten jedoch von einer zunehmenden Verkomplizierung der Verfahrensregeln, wodurch die Schiedsgerichtsbarkeit zuweilen Ernüchterung hervorruft. Bei verbriefungs- und fondsrechtlichen Konflikten ist weiterhin ein eher kleinerer Kreis von Kanzleien tätig, die diese hochspezialisierten kapitalanlagerechtlichen Streitigkeiten bearbeiten können.

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