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Deutschland 2017

Deutschland 2017 > Medien > Marktüberblick

Redaktionelle Abschnitte

Die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen im Mediensegment zählt in vielen Kanzleiräumlichkeiten mittlerweile zum absoluten Beratungsschwerpunkt der fachbereichsrelevanten Praxen. Mit Komplementärfachkenntnissen in den Bereichen Informationstechnologie und Gewerblicher Rechtsschutz gehören Themen wie M2M-Kommunikation, innovative Contentproduktion, Plattformregulierung und Streaming so fast schon zum standardisierten Expertiseportfolio. Während die Rechtslage der realen Entwicklung der digitalen Wirtschaft und somit auch Medienwelt bisweilen noch etwas hinterherhinkt, gab es jedoch auf Ebene des klassischen Medienrechts diverse juristische Neuerungen.

So trat zum 01.06.2016 das Verwertungsgesellschaftengesetz in Kraft, welches das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz ablöste. Das neue Gesetz soll zum einen durch die Umsetzung der VG-Richtlinie den Rechtsrahmen zur Regulierung der Tätigkeit von Verwertungsgesellschaften harmonisieren und zum anderen zu einem schnelleren und effizienteren Verfahren zur Ermittlung der Vergütung für Geräte und Speichermedien beitragen.

Auf Seite der Kreativen bahnt sich mit der geplanten Urhebernovelle ebenso eine Veränderung der Rahmenbedingungen an. Während die Neufassung des Urhebervertragsrechts aus dem Jahr 2002 erstmals den Anspruch der Urheber auf angemessene Vergütung gesetzlich verankerte und gemeinsame Vergütungsregeln aufstellte, wurden diese durch diverse Grundsatzverfahren in den vergangenen 14 Jahren weiter branchenspezifisch konkretisiert. Die im März 2016 in den Bundestag eingebrachte Gesetzesnovelle soll nun Kreativen das Auskunftsrecht über die Werknutzungen gewähren um angemessene Vergütungen kurz- und langfristig zu ermöglichen; der Gesetzesvorschlag wird aktuell sowohl von der Seite der Kreativen als auch von Seiten der Verwerter stark kritisiert, zum einen aufgrund der angeblichen Nicht-Zusicherung auf angemessene Vergütung und zum anderen, da ein totaler Auskunftsanspruch im digitalen Zeitalter von Seiten der Verwerter kaum realisierbar sei.

Die Popularität digitaler Verbreitungskanäle machte sich zudem auch erstmals in dem von dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur Verfügung gestellten German Motion Picture Fund bemerkbar, der im Rahmen seiner Projektförderung finanzielle Anreize für digitales Filmschaffen in Deutschland setzt und bereits im Juli 2016 mit einem Volumen von €10 Millionen ausgeschöpft war. Neben der international ausgeschriebenen Förderung fungiert auch Berlin zunehmend als Anziehungsgrund für internationale Film- und Fernsehmacher; so wurden mit unter anderem Homeland , Berlin Station und Captain American zuletzt diverse hochkarätige US-Film- und Fernsehproduktionen in der Hauptstadt und den Filmstudios Babelsberg produziert. Im Segment der Filmfinanzierung ist zudem weiterhin ein Trend zu neuartigen und vor allem grenzüberschreitenden Finanzierungsstrukturen zu beobachten.

Die Gamingindustrie sieht sich ebenfalls mit veränderten Strukturen konfrontiert: So erfreuen sich neben der traditionellen Unterhaltungssoftware und Onlinespielen insbesondere Live-Gaming-Events einer überwältigenden Beliebtheit. Zudem wurde mit der Strukturierung der weltweit ersten eSport-Liga eine virtuelle Organisation ins Leben gerufen, um dem elektronischen Sport – ein sportlicher Wettbewerb mit Hilfe von Computerspielen – ein Verbandszuhause zu geben.

Auch auf prozessualer Ebene war es in medienrechtlichen Belangen im Jahr 2016 nicht unbedingt still: Neben zahlreichen andauernden Streitigkeiten um Nachvergütungsansprüche von Urhebern in diversen Branchen, insbesondere von Synchronsprechern und Drehbuchautoren, machte im Februar 2016 insbesondere die Niederlage der GEMA in ihrer Schadensersatzklage gegen YouTube Schlagzeilen; so wurde durch das Oberlandesgericht München in zweiter Instanz entschieden, dass der Musikrechteverwerter keine finanziellen Ansprüche an die Videoplattform hat, da diese nicht als Nutzerin agiert, sondern lediglich die Werkzeuge für die Nutzung zur Verfügung stellt.

Des Weiteren ist auch das Presse- und Verlagswesen fast komplett mit digitalen Geschäftsmodellen durchdrungen; digitalisierte Presseformate kosten insbesondere Zeitungen und Magazine zunehmend wichtige Einnahmen. Juristischer Beratungsbedarf besteht neben der klassischen Vertretung von Unternehmen, Individualpersonen und Presse zu äußerungs- und presserechtlichen Belangen und im Bereich der PR-Krisenkommunikation so vor allem hinsichtlich zu E-Books, E-Publishing, Online- und Providerhaftung.

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