Twitter Logo Youtube Circle Icon LinkedIn Icon

Deutschland 2018 > Kapitalmarktrecht > Marktüberblick

Redaktionelle Abschnitte

Im ECM-Bereich, für viele schwer erklärbar, sah Deutschland trotz weltweit stabilen Aktienkursen und hohen Börsenbewertungen eine geringe Anzahl an IPOs. Nach einem guten Jahr 2015 verlief das Jahr 2016 enttäuschend und dieser Trend hält auch 2017 an. IPO-fähige Kandidaten gäbe es zwar, doch die Pipeline bleibt weitgehend ausgetrocknet. Eine Begründung ist weiterhin die unsichere politische Lage seit dem Brexit-Votum und der Wahl Donald Trumps. Oft fällt die Entscheidung bei Dual-Track-Verfahren letztendlich doch auf einen M&A-Deal, Gesellschafter fühlen sich noch nicht bereit für den Gang an die Börse und PE-Häuser erhoffen sich noch bessere Bewertungen. Insgesamt denken im deutschen Markt wenig Unternehmen an ein IPO, die Welle, die einige sich im klassischen Mittelstandsbereich und bei familiengeführten Unternehmen erhofften, zeichnet sich nicht ab und die Welle an Börseingängen im Internetbereich scheint vorüber zu sein. Der Technologiesektor, einschließlich der BioTech- und der MedTech-Branchen, zeigt nun wieder mehr Interesse an den USA. So kündigte Siemens jüngst an, die Medizintechniksparte im Jahr 2018 an die Börse bringen zu wollen, doch ob in Deutschland oder den USA ist noch unklar. An die Börse gewagt haben es jüngst Vapiano und Delivery Hero. Doch die IPO-Fenster bleiben eng und auch bei Kapitalerhöhungen fällt die oft günstigere Entscheidung auf Konsortialkredite.

Kleineren und mittleren Unternehmen sowie Infrastrukturvorhaben soll zukünftig der Zugang zu den Kapitalmärkten erleichtert werden: Auf regulatorischer Ebene bleibt ein großes Thema die bis Ende 2019 von der EU-Kommission geplante Kapitalmarktunion mit viel Diskussion zur Halbzeitbilanz und im Schatten des Brexit-Votums. Teil des Projekts ist auch die Überarbeitung des europäischen Prospektrechts. Im April 2017 wurde der neuen Prospektverordnung, die die geltenden Vorschriften vereinfachen und betreffenden Verwaltungsverfahren straffen soll, vom EU-Parlament zugestimmt.

Tatsächlich berichten so manche Kanzleien, dass im Immobilien- und Infrastrukturbereich Unternehmen nun mehr darüber nachdenken, sich nicht nur über traditionelle Konsortialkredite sondern auch als mögliche Alternative über den Kapitalmarkt zu versorgen.

Während sich der Investment-Grade-Bereich weiterhin als stark bewies, war der High-Yield-Sektor im Jahr 2016 durch Volatilität geprägt und die Anzahl an Emissionen sowie Emissionsvolumina deutlich geringer als in den Vorjahren. Positivere Entwicklungen zeichnen sich im Jahr 2017 ab: der Markt ist wieder angesprungen. Im Vergleich zu den USA ist der deutsche und europäische High-Yield-Markt jedoch immer noch klein und jung, mit Raum für Wachstum.

Ein neues Rekordjahr war 2016 für Schuldscheinemissionen. Während sich der Boom im ersten Halbjahr 2017 etwas abschwächte, ist an der Popularität des deutschen Darlehensinstruments nicht zu zweifeln. Viel beizusteuern haben hier auch nicht-deutsche Emittenten; die Beliebtheit dieser Art von Finanzierung steigt im Ausland weiterhin und nun vor allem auch bei osteuropäischen Unternehmen. Zu den Treibern dieser Entwicklung zählen die Profitabilität bei Privatplatzierungen, die gesunkene Nachfrage nach öffentlichen Anleihen und die steigenden Anforderungen durch härtere Regulierungen, die bei einem Schuldscheindarlehen vermieden werden können.

Im deutschen Verbriefungsmarkt dominieren nach wie vor Auto-ABS-Anleihen, doch die Einstellung zur Marktentwicklung insgesamt ist positiv: die Europäische Kommission bemüht sich um die Reaktivierung der Verbriefungsmärkte, man ist überzeugt, dass Verbriefungen ein Comeback machen werden und Anwälte müssen sich dementsprechend positionieren. Tatsächlich sprechen so manche von einem wahrhaftigen Verdrängungswettbewerb unter den begrenzten traditionellen Playern im strukturierten Finanzierungsbereich über die letzten Jahre hinweg. Nicht wenig überraschend kam somit der Wechsel von Arne Klüwer und einem Senior Associate, jetzt Partner, von Clifford Chance zu Dentons. Mit zusätzlicher Verstärkung durch Matthias Eggert, ehemals bei Baker McKenzie, versucht sich nun eine weitere Kanzlei in diesem Bereich zu behaupten.

Die Player, die sich im ECM-Bereich tummeln, bleiben aufgrund der geringen Beschäftigung im Wesentlichen die gleichen mit Sullivan & Cromwell LLP, Freshfields Bruckhaus Deringer und Hengeler Mueller an der Spitze, wobei auch Latham & Watkins LLP mit der Verstärkung durch Oliver Seiler von Allen & Overy LLP ein deutlicher Sprung nach vorne gelang.

Auch im regeren DCM-Bereich teilen sich nur knapp über eine Handvoll Kanzleien den Großteil des Markts und Latham & Watkins LLP dominiert stets in der Beratung zu High-Yield-Anleihen, gefolgt von White & Case LLP.

Interview with...

Law firm partners and practice heads explain how their firms are adapting to clients' changing needs

Pressemitteilungen

Aktuelle Meldungen unmittelbar von den Kanzleien. Wenn Sie Pressemitteilungen Ihrer Kanzlei einreichen wollen, schicken Sie bitte eine Anfrage per Email an

Co-Publishing weltweit

Rechtsentwicklungen und Neuigkeiten der führenden Anwälte in verschiedenen Jurisdiktionen. Für Beitrüge schicken Sie bitte eine Anfrage per Email an

Pressemitteilungen in Deutschland 2018

Aktuelle Meldungen unmittelbar von den Kanzleien. Wenn Sie Pressemitteilungen Ihrer Kanzlei einreichen wollen, schicken Sie bitte eine Anfrage per Email an