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Deutschland > Private Equity > Marktüberblick

Redaktionelle Abschnitte

Der deutsche Private Equity-Markt bleibt weiter heiß umkämpft: Investoren wetteifern darum, Unternehmen zu erwerben, wodurch sich für Eigentümer oft die Möglichkeit bietet, die Interessenten gegeneinander auszuspielen, um den höchsten Preis zu erzielen. Angeheizt wird dieses Umfeld durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbank, wodurch Kredite sehr günstig und zu guten Konditionen vergeben werden. Allerdings bedienen sich potentielle Käufer auch an alternativen Kapitalquellen, deren Attraktivität weiterhin steigt. Allen voran erfreuen sich Debt Funds zunehmender Beliebtheit und konkurrieren somit mit klassischen Banken, deren Kreditvergabebedingungen oft weniger Flexibilität bieten. Somit steht der Käuferseite reichlich Kapital zur Verfügung und Private Equity-Investoren sehen sich mit einem zunehmenden Anlagedruck konfrontiert. Daneben profitieren auch Family Offices von der guten Wirtschaftslage: durch ihre steigende Investitionskraft beteiligen auch sie sich zunehmend an Auktionsverfahren und heizen den Markt dadurch weiter an. Gleichzeitig zeigt sich Private Equity flexibler: Investoren sind nicht zwingend nur an Mehrheitsbeteiligungen interessiert, sondern auch um Minderheitsbeteiligungen an familiengeführten Unternehmen bemüht.

Da vielen Unternehmensübernahmen (Leveraged Buyouts, LBOs) ein Auktionsverfahren vorausgeht, müssen auch Kanzleien beziehungsweise die jeweiligen Private Equity-Praxen in diesem kompetitiven und von hohem Zeitdruck gekennzeichneten Umfeld dazu imstande sein, den Bieter schnell und effizient bei der Investitionsentscheidung zu beraten. Dazu bedarf es in der Regel eines hohen Spezialierungsgrads, der es den jeweiligen Teams ermöglicht, Mandanten bei LBOs, Auktionen, Add-on-Transaktionen und Investitionen in unter anderem regulierte Industrien zu begleiten. Vor allem der Gesundheitssektor - als konjunkturunabhängiger Bereich - steht häufig im Fokus von Finanzinvestoren, wodurch in der Regel Kanzleien mandatiert werden, die die betreffende Branchenexpertise mitbringen und zudem über Regulierungs- und Finanzierungsexpertise verfügen.

Es verwundert daher nicht, dass auch Kanzleien im stetigen Wettkampf stehen und sich gegenseitig erfahrene Private Equity-Anwälte abringen, um sich eine gute Marktposition zu sichern. So gelang es Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom LLP im Herbst 2018 Gleiss Lutz den renommierten Jan Bauer abzuwerben, während sich Allen & Overy LLP Anfang 2018 Freshfields Bruckhaus Deringer-Partner Nils Koffka holte und sich Clifford Chance bereits im Dezember 2017 mit Markus Stephanblome von White & Case LLP verstärkte.

Im Venture Capital-Segment sorgte 2017 der Börsengang von Delivery Hero für einen Rekord: beim Börsengang im Juni 2017 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse konnte der Online-Bestellplattform-Betreiber einen Nettoemissionserlös von rund €465 Millionen erzielen. Dies entspricht dem allgemeinen Trend: immer mehr Start-ups kommen an frisches Kapital und wagen so einen Sprung an die Börse, um zusätzliches Wachstumskapital aufzunehmen. Deutschlands Dreh- und Angelpunkt der Start-up-Szene bleibt Berlin, gefolgt von München und Hamburg, wodurch die Bundeshauptstadt weiterhin der zentrale Standort für Venture Capital-Boutiquen beziehungsweise VC-Teams von Großkanzleien ist. Oft sind es kleine Einheiten wie Vogel Heerma Waitz, die durch flexiblere Kostenstrukturen und wendigere Vorgehensweisen den besseren Draht zur Start-up-Szene haben und so regelmäßig an Finanzierungsrunden beteiligt sind.

Aus dieser Überlegung heraus trat zuletzt auch Schnittker Möllmann Partners als Flick Gocke Schaumburg-Spin-off im Sommer 2017 an den Start. Abgesehen davon blieben große personelle Umwälzungen im Recherchezeitraum aus.

Eine nennenswerte Neuerung trat jedoch 2018 in Form von Initial Coin Offerings (ICOs) als neue Finanzierungsform in Erscheinung. Bereits im ersten Halbjahr nahmen deutsche Start-ups bei 13 ICOs insgesamt €250 Millionen ein. Anders als bei IPOs erwerben Anleger bei einem ICO keine Aktien, sondern einen Token - eine Art Gutschein für eine künftige Dienstleistung. Kryptowährungen und Blockchain-Technologien, auf denen diese Finanzierungsform beruht, präsentieren sich als regulatorisches Neuland, mit dem sich Konzerne, Investitionsbanken und Regulatoren - und letztendlich auch Kanzleien - intensiv beschäftigen. Profitieren werden davon in erster Linie Einheiten mit starken TMT-, Venture Capital- und aufsichtsrechtlichen Kapazitäten.

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