Marktüberblick in Deutschland

Die Anforderungen an Compliance passen sich dem stetigen Wandel des Marktes an. 2021 standen insbesondere die Themen Datenschutz und Arbeitsrecht im Vordergrund, da pandemiebedingt mehrheitlich vom Homeoffice aus gearbeitet wurde. Viele Kanzleien reagierten mit verstärkter Präventivberatung in Form von Seminaren, Schulungen und Online-Veranstaltungen auf die neuen Anforderungen, einschließlich derer mit Bezug auf das Verbandssanktionengesetz, das in abgeänderter Form von der Bundesregierung beschlossen wurde. Nicht zuletzt aufgrund der mit dem Gesetz einhergehenden Strafmilderung bei vorhandenen Compliance-Systemen verzeichneten Kanzleien einen erhöhten Beratungsbedarf im präventiven Bereich.Daneben bringt das Lieferkettengesetz Veränderung, das sich auch Fragen zu Social Compliance, Menschenrechten und Umweltthemen annimmt. In diesen Bereichen wird der Beratungsbedarf von Unternehmen wohl zunehmen, da einerseits Strafen von Behörden drohen und andererseits viele Endverbraucher ein besseres Konsumbewusstsein entwickelt haben.Neben den gesetzlichen Neuerungen gab es auch personell einige Veränderungen zu verzeichnen: Marius Berenbrok von Freshfields Bruckhaus Deringer, Karin Holloch von Jones Day und Ulrich Baumgartner von Allen & Overy LLP starteten jeweils im Frühjahr 2021 in die Selbstständigkeit, wobei die letztgenannte Einheit den Verlust durch den Zugang von Ellen Birkemeyer (zuvor bei KPMG Law in Germany) entgegenwirken konnte. Bereits Ende 2020 schloss sich Georg Weidenbach von Latham & Watkins LLP dem Team von Gibson, Dunn & Crutcher LLP an, während Noerr im Juli 2021 Stefanie Bischof von DLA Piper sowie Volker Rosengarten von Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan, LLP begrüßte. Dominique Abrokwa verließ Pohlmann & Company im Oktober 2021 und stieg bei Hitachi ein und Jan Ehling schloss sich Fresenius Kabi im Januar 2021 von AGS Legal an.