Marktüberblick in Deutschland

Zwar prägte die Covid-19-Krise auch den Gesellschaftsrechts- und M&A-Markt, dies wird von Marktteilnehmern allerdings eher als eine Chance wahrgenommen. Die Konzentration auf das Kerngeschäft, eine hohe Liquidität und ein neues Technologie-Verständnis halten den Markt in Bewegung. So mussten sich selbst kleinere Unternehmen und konservativere Einheiten über die letzten zwei Jahre im Digitalisierungsbereich neu aufstellen. Das war anfangs zwar mit Mühen verbunden, machte sich jedoch bald bewährt, da so beispielsweise Hauptversammlungen virtuell abgehalten werden konnten.Am deutschen Markt berieten Gesellschaftsrechtler während des Berichtszeitraums als Folge des Versuchs vieler Unternehmen, ihre Liquidität hochzuhalten, vermehrt zu Abspaltungen, Squeeze-outs, Spin-offs, Delistings und Taking-Privates. Dabei wurde beobachtet, wie sich zahlreiche Konzerne nach einer längeren pandemiebedingten Phase der wirtschaftlichen Anspannung und Unsicherheit aus risikoreichen, kapitalintensiven und nicht zu Kernbereichen gehörenden Aktivitäten zurückzogen, um sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren. Einige Unternehmen nutzen das durch die Pandemie erzwungene Innehalten auch für Corporate Housekeeping-Maßnahmen und Reorganisationen. Das erwartete Distressed Geschäft blieb jedoch größtenteils aus. Hierfür ist insbesondere die staatliche Unterstützung verantwortlich. Während die Bereiche Technologie, Life Sciences, MedTech und Digitalisierung bereits in den letzten Jahren verstärkte Aufmerksamkeit bekommen hatten, fungierte hier Covid-19 als Katalysator.Daneben befanden sich SPAC-Transaktionen auf dem Vormarsch im deutschen Markt und sorgten bei Kanzleien somit für vermehrten Beratungsbedarf. Da diese Art des Kapitalmarktzugangs mittels einer Special Purpose Acquisition Company (SPAC) ursprünglich aus den USA kommt, profitierten insbesondere Kanzleien mit einem starken amerikanischen Netzwerk von der erhöhten Nachfrage. Die Beratung in Deutschland betraf hierbei die Fusion zwischen einer privaten operativen Gesellschaft und einem börsennotierten SPAC.Ebenso verstärkt beschäftigte man sich mit Shareholder-Aktivismus und ESG-Themen, da diese inzwischen auf der Agenda vieler Konzerne eine prioritäre Stellung einnehmen. Dementsprechend weisen viele Kanzleien designierte Spezialisten beziehungsweise Arbeitsgruppen für diesen Themenkomplex auf.Die Anzahl an gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten ist nach wie vor hoch, sodass auch hier von einigen Kanzleien auf- und nachgerüstet wurde.