Marktüberblick in Deutschland

Die Digitalisierung sowie neue Technologien und die Industrie 4.0 bilden weiterhin die treibenden Kräfte im Handels- und Vertriebsrecht. Insbesondere bedeutende Marktplayer setzen eigene digitale Vertriebsprojekte auf, die oftmals die Position des Zwischenhändlers außen vor lassen. Dadurch steigen jedoch laufend die Anforderungen an die Logistik wie auch die Nachfrage nach Logistikimmobilien.



Im Zuge der digitalen Revolution kommt auch LegalTech vermehrt zum Einsatz. Gerade bei Standisierungsprojekten in der Vertragsberatung sind einheitliche Verträge gefragt, die mithilfe eines kurzen Fragebogens automatisch auf die betroffenen Jurisdiktionen und Fachbereiche angepasst werden können. Dieser Strukturwandel ruft auch vermehrt die Kartellbehörden auf den Plan, insbesondere im Zusammenhang mit selektiven Vertriebssystemen und Online-Plattformen.



Des Weiteren hinterließ die Datenschutzgrundverordnung ihre Spur: Die Verwendung und Weitergabe von den im Online-Vertrieb gesammelten Kundendaten wirft ebenso Fragen auf wie das Thema Geo-Blocking. Der Bereich E-Commerce wird sich auch in den kommenden Jahren weiteren Grundsatzfragen stellen müssen.



Internationale Handelsstreitigkeiten und insbesondere die US-amerikanische Regierung unter Donald Trump halten die Branche im Praxisbereich Außenwirtschaftsrecht weiterhin auf Trab. Rechtliche Dienstleistungen im Zusammenhang mit Embargos und Handelssanktionen wurden dadurch zum Dauerbrenner. Besonders komplizierte Situationen ergeben sich bei Geschäftsbeziehungen mit China, Russland und dem Iran, wo das weitreichende amerikanische Recht und die europäischen Vorschriften regelmäßig kollidieren.



Ein weiteres heißes Thema sind ausländische Investitionsprüfungen. Besonders Investoren aus dem nichteuropäischen Ausland bekommen die verschärfte Außenwirtschaftsverordnung zu spüren: Beim Erwerb einer relevanten Beteiligung eines Unternehmens in einem sensiblen Bereich ist seit Dezember 2018 eine ministerielle Genehmigung erforderlich.



Getreu dem Motto 'Aufgeschoben ist nicht aufgehoben' sorgte auch 2019 die Thematik rund um den Brexit für weiteren außenwirtschaftlichen Beratungsbedarf. Für die internationalen Handelsketten der deutschen Industrie warf die ungewisse Lage unzählige Fragezeichen auf, insbesondere in Bezug auf zollrechtliche Vorschriften.



Intensiver Beratungsbedarf besteht zudem im Zusammenhang mit Antidumpingzöllen, mit dem Export von Dual Use-Gütern sowie technologischen Errungenschaften aber auch allgemein in der außenwirtschaftlichen Compliance.