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Marktüberblick in Deutschland

Die Digitalisierung stellt Jahr um Jahr immer mehr Industrien vor besondere Herausforderungen. Pioniere bei der Innovationsförderung in diesem Bereich waren vor allem Medien- und Finanzunternehmen, die nun einen Schritt vor allen anderen stehen. Dennoch wird es immer und überall – auch in streng regulierten Märkten – essenzieller, dem Druck der Digitalisierung standzuhalten. Banken, Versicherungen und die Automobilbranche wenden sich an die neuen, digitalen Player, die ihnen bei der Bewältigung dieser Zukunftsaufgabe helfen sollen. Diese Konvergenz zwischen den alten und den neuen Industrien hegt aber auch Bedenken, denn beide Seiten versuchen gleichzeitig voneinander unabhängig zu bleiben. Die COVID-19-Pandemie hat den Innovationstrend beziehungsweise -drang zudem beschleunigt.

Das Thema Daten und der Umgang mit Daten bereitet auch Sorgen. Gut zwei Jahre nach dem Inkrafttreten der europäischen Datenschutzverordnung haben zum einen höhere Bußgelder die Nachfrage nach Compliance erhöht – nun allerdings mit dem Ansatz ‘by design’, der in die Technikgestaltung eingebundene Compliance-Strukturen vorsieht. Zum anderen stellen Datenpannen ein großes Risiko dar. Wenn die Prävention nicht genügt, werden immer öfters anlassbezogene Krisengruppen eingestellt – ein Service, das sich vermehrt in das Angebotsportfolio der Kanzleien eingliedert.

Auch die gerichtlichen Instanzen beschäftigten sich intensiv mit dem Thema Daten. Zwei Entscheidungen änderten 2019/2020 die Rechtslage erneut: Das Urteil des europäischen Gerichtshofs zu Schrems II erklärte das sogenannte Privacy Shield für ungültig. Nun dürfen Nutzerdaten aus der EU nicht mehr in die USA übertragen und dort verarbeitet werden, was neue Fragen für amerikanische Unternehmen aufwirft. In Deutschland sprach sich zudem der Bundesgerichtshof für eine Opt-In-Pflicht für Werbe- und Marketing-Cookies aus, welche für viele Unternehmen die Thematik Monetarisierung wieder in den Vordergrund brachte.

Outsourcing und IT-Transaktionen spielen immer noch eine wichtige Rolle, indem sie oft zu einem Teil der Digitalisierungsstrategie eines Unternehmens werden. Obwohl durch die Covid-19 Pandemie bei M&A-Transaktionen oft auf die Bremse getreten wurde, war das Transaktionsgeschäft insbesondere in der Pharma- und Hotelbranche sowie im Zusammenhang mit Anbietern von SAP-, Blockchain- und Cloud-Lösungen äußerst lebhaft. Outsourcing-Deals waren stets durch eine große Internationalität gekennzeichnet.

Eine nennenswerte Entwicklung in der Kanzleilandschaft war die Spaltung der ehemaligen Kanzlei SSW Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer in München, die im Juni 2020 stattfand. Nachdem Isabell Conrad zur Namenspartnerin wurde, firmiert die IT-Boutique nun als CSW Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer und 11 Partner sowie 12 Associates, einschließlich die erfahrenen IT-Rechtler Michaela Witzel und Frieder Backu  machten sich mit der neu gegründeten Kanzlei Witzel Erb Backu & Partner selbstständig. Letztere Einheit setzt den Schwerpunkt neben der IT-Beratung auch auf das Gesellschafts- und Familienrecht.