Marktüberblick in Deutschland

Die fortschreitende Digitalisierung der Medien- und Entertainmentlandschaft dominiert zunehmend das Beratungsangebot vieler Kanzleien, so dass auch die in klassischen Medienrechtsthemen verwurzelte Einheiten mittlerweile Beratungskapazitäten zu digitalen Themen haben.

Im September 2019 entschied sich der europäische Gerichtshof gegen das deutsche Leistungsschutzrecht, dem zufolge News-Plattformen für Ausschnitte verlegerischer Leistungen den Verlagen einen Ausgleich zahlen mussten. Das europäische Leistungsschutzrecht nach EU-Urheberrechtsreform muss bis Juni 2021 in nationales Recht umgesetzt werden. Dabei wird auch die Haftung für nutzergenerierte Inhalte den Plattformen zugeschrieben, was Sorgen eines Upload-Filters bereitete.

Zudem spielt das sogenannte Recht auf Vergessenwerden immer wieder eine Rolle: Die Frage ob, wie und wie lange Berichterstattungen in Online-Archiven aufbewahrt werden und über Suchmaschinen aufrufbar sein sollen, generiert oft Streitigkeiten zwischen Betroffenen und Pressediensten.

Im Entertainmentsegment beobachten die Anwälte mit großem Interesse die Produktionswut, die am Markt herrscht. Der Konsum von Inhalten hat sich spürbar verändert und bewegt sich zunehmend in Richtung Streaming-Abonnements. Ehemalige Internet-Plattformen werden nun zu Content-Produzenten und tragen somit zur teilweisen Transformation der Filmbranche bei.

Im Gamingbereich ist vor allem der steigende Beratungsbedarf zu E-Sportmandaten zu verzeichnen: Obwohl im August 2019 ein Gutachten für den deutschen olympischen Sportbund klärte, dass E-Sport nicht als Sportart gälte, ist die Begeisterung des Publikums sowie die Wirtschaftlichkeit dieser Industrie ungebrochen auf Wachstum gestellt.