Marktüberblick in Deutschland

Es ist viel Bewegung im deutschen Medienmarkt zu berichten. Der 2020 und 2021 erhöhte Konsum von Inhalten kam sowohl den traditionellen als auch den neuen Medien zu Gute. Insbesondere erlebte das Bewegtbildsegment eine neue Dynamik. Etablierte Sender haben nach einem initialen Covid-bezogenen Produktionsstillstand eine Suche nach neuen Formaten in Gang gebracht und viel auf klassische Live-Sendungen gesetzt, während andere ein großes Wachstumspotential erkannt und die ersten Schritte in die Branche gewagt haben; dies war beispielsweise bei Axel Springer und dessen Quereinstieg durch den Markteintritt von Bild-TV der Fall.Ein weiterer Trend, den die Pandemie beschleunigt hat, ist die Verflechtung der Medienhäuser mit der digitalen Welt, welche mit dem Ausbau der Glasfaser- und Telekommunikationsinfrastruktur über TK-Anbieter beginnt und sich bis hin zu Deals zwischen Medien und digitalen Plattformen (auch Aggregationsdiensten) zu Themen wie Marketing, Nachrichten-Angebote und kuratierten Inhalten erstreckt. Gerade dieses Verhältnis ist aber nicht immer einfach und wurde oft in den vergangenen Jahren zum heiklen Diskussionsthema und Objekt von Regulierungen. Dazu zählt beispielsweise der Medienstaatsvertrag, der seit November 2020 in Kraft ist, sowie dessen Änderungsentwurf vom Juni 2021. Damit werden unter anderem graue Zonen durch neue Definitionen von Medienintermediären, Medienplattformen, Benutzeroberflächen und Video-Sharing-Diensten aus der Ambiguität gezogen.Auch zu Glückspiel, Sportwetten und Videospielen, die gerade in vollem Schwung sind, wurde ein neuer Staatsvertrag präsentiert, der mehr Lizenzen für Anbieter, Beschränkungen des Spielangebotes, Limitierung der Einsätze, Regulierung der Werbung und Verbote für Suchtspieler vorsieht. Doch liefen im Berichtsjahr die Bemühungen zur Regulierung der Medienlandschaft nicht nur in Deutschland auf Hochtouren. Die EU-Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt war bereits 2019 auf Widerstand gestoßen. Die Debatte zog sich durch die Umsetzung in deutsches Recht, vollzogen im Mai 2021 mit dem UrhDaG und dessen Inkrafttreten im August 2021, fort. Bestritten waren die Haftung von Plattformen für die Urheberrechtsverletzungen von Dritten und vor allem der Artikel 17 zum sogenannten Upload-Filter, der teilweise als eine Art Zensur des Internets wahrgenommen wurde. Um die Beilegung des Streits mühte sich kürzlich der Europäische Gerichtshof: Am 22. Juni 2021 wurde das Urteil in Sachen YouTube/Cyando erlassen, das eine Plattformen-Haftung durch eine dreifache Strategie, die die Prinzipien best effort, Uploadfilter und notice-and-stay-down einführt, ausschloss.