Marktüberblick in Deutschland

Die anwaltliche Tätigkeit für Verbände, Vereine, Stiftungen und andere Nonprofit-Organisationen erfordert die Abdeckung eines breiten Themenspektrums. Im Beratungsmittelpunkt stehen oftmals steuerrechtliche Fragen, jedoch berichten Kanzleien auch über regelmäßige Mandatierungen zu den Themenfeldern Compliance, Markteintritt, NPO- und Stiftungserrichtung sowie Governance einschließlich streitiger Ausläufer. Da das Stiftungsrecht derzeit sowohl auf Bundes- als auch auf Landesrecht beruht, unterscheiden sich die diesbezüglichen Regelungen zwischen den einzelnen Bundesländern, was einen einheitlichen Ansatz erschwert. Um dies auszumerzen, stellte das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im September 2020 einen Gesetzesentwurf zur Vereinheitlichung des Stiftungsrechts vor. Der lang erwartete Entwurf soll außerdem die spezielle Anspruchsgrundlage für die Haftung von Organmitgliedern gegenüber Stiftungen klären. Richtungsweisende Veränderungen beinhaltet er allerdings nicht.

Da sich zahlreiche deutsche Unternehmen in einem Familienverband befinden, ist der Bereich der Nachfolgeplanung ein durchaus lukratives Geschäft für Anwaltskanzleien. Insbesondere die Errichtung einer Familienstiftung ist ein beliebtes, wenngleich komplexes Modell, das eine enge Zusammenarbeit mit einem darauf spezialisierten Rechtsanwalt erfordert. Bei (U)HNWI besteht außerdem reger Beratungsbedarf zu den Themen Familien- und Kunstrecht sowie im Rahmen der Testamentvollstreckung.

Durch die Erweiterung des Rankings wird nun auch der Bereich Private Clients abgedeckt; ein Themenfeld, das einige Kanzleien bereits seit geraumer Zeit kombiniert anbieten. Kanzleien wie Flick Gocke Schaumburg sind hier an vorderster Front und widmen sich der diesbezüglichen Themenvielfalt mit auf unterschiedliche Teilaspekte ausgerichteten Teams. Andere Berater, die den Fokus auf das Private Client-Segment legen, wie beispielsweise SZA Schilling, Zutt & Anschütz Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, finden nun auch ihren Platz. Wenngleich in diesem Bereich oft nationale Einheiten zum Zug kommen, können auch Großkanzleien wie CMS und Taylor Wessing ein dementsprechendes Portfolio vorweisen.