Marktüberblick in Deutschland

Kanzleien mit einem breiten Beratungsspektrum in den Bereichen vermögende Privatpersonen und Nonprofits vermeldeten auch im letzten Berichtszeitraum eine volle Auftragslage. Dies basierte nicht zuletzt auf dem pandemiegetriebenen Bedürfnis vieler Mandanten, ihre Vermögen, Nachfolgeregelungen und Stiftungen zu strukturieren. Dem zugrunde liegen auf der einen Seite die Tatsache, dass für solche Überlegungen während der Pandemie mehr Zeit zur Verfügung stand, sowie andererseits die omnipräsente Konfrontation mit dem Tod.Marktteilnehmer berichten außerdem von einer verstärkten Nachfrage nach Family Corporate Governance-Themen, die aufgrund der stetig wachsenden Unternehmerfamilien immer bedeutender werden. Diesbezügliche Mandatierungen verlaufen regelmäßig an der Schnittstelle zum Gesellschafts-, Stiftungs-, Erb- und Steuerrecht sowie zum Streitbeilegungsbereich, wodurch auch solche Kompetenzen bei der Beraterwahl ausschlaggebend sind.Zum Halbjahr 2021 wurde die lang ersehnte Stiftungsrechtsreform verabschiedet, die im Juli 2023 in Kraft tritt. In ihr werden das Stiftungszivilrecht, das  bisher in den 16 Stiftungsgesetzen der Bundesländer geregelt war, vereinheitlicht und abschließend im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Das neue Gesetz betrifft sowohl zukünftig errichtete als auch bestehende Stiftungen und klärt Fragen zur Business Judgement Rule, zu Satzungsänderungen, dem Stiftungsregister und -vermögen sowie zum Verwaltungssitz.Mit der aus den Wahlen im September 2021 herausgegangen neuen Koalition werden außerdem Änderungen in der Erbschaftssteuer erwartet.