Zurück zu Deutschland

Marktüberblick in Deutschland

Trotz zahlreicher, vorrangig Pandemie-bedingter Disruptionen wurden im deutschen PE-Markt die meisten Trends fortgesetzt oder gar verstärkt. Deutschland wird international nach wie vor als ein 'sicherer Hafen' wahrgenommen, was dazu führte, dass nach einem kurzen Zögern im März/ April 2020 Geschäfte direkt wieder aufgenommen wurden. Es ist seit jeher eine beachtliche Geldmenge im Umlauf, und der Trend, diese insbesondere in die Sektoren Gesundheit, Software, Technologie und E-Commerce zu investieren, blieb auch 2020 ungebrochen; Kanzleien, die hier traditionell Schwerpunkte setzen, konnten tendenziell und natürlicherweise zunehmendes Geschäft verzeichnen. Zudem finden Konsortialgeschäfte, Public to Private / PIPE und Secondaries aufgrund der liquiden Situation weiterhin viel Beachtung. Im Gegensatz hierzu spürte der bereits seit längerem schwächelnde Automobilsektor sowie das Beherbergungsgewerbe und die Tourismusbranche die Auswirkungen der Pandemie auch in den Bereichen Private Equity Investments und Venture Capital stark. Mit Blick auf interne Kanzleidynamiken konnte bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2020 beobachtet werden, dass PE- & VC-Teams begannen, die Zusammenarbeit mit ihren Restrukturierungspraxen zu intensivieren, um für das Ende des von der Bundesregierung verabschiedeten Insolvenzaussetzunggesetzes bis Dezember stark aufgestellt zu sein; hier versprechen sich Investoren von Distressed-Assets günstige Gelegenheiten. Auch auf internationaler Ebene könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise neue Möglichkeiten  für PE-Fonds bieten, große Summen an verfügbarem Kapital nach der Krise einzusetzen, beispielsweise im Zusammenhang mit einer Umstrukturierung von Unternehmen und der Veräußerung von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten. Im Venture Capital-Bereich geht der Blick weiterhin nach Berlin, aber auch München hat sich zu einer anerkannten Alternative entwickelt. Kleine Einheiten und Boutiquen gelten weiterhin als 'trusted advisors' von Start-ups und Gründern, während Großkanzleien in der Regel für Investoren und Fonds aktiv sind; eine über Jahre andauernde Entwicklung ist die größer werdende Schnittstelle zwischen PE und VC, wobei Full-Service-Einheiten besonders gut positioniert sind. Am Anwaltsmarkt sorgte die plötzliche Trennung von Schnittker Möllmann Partnern für Aufsehen: Im Juli 2020 verließ Namenspartner Peter Möllmann die Kanzlei und gründete kurz darauf PXR Legal. Die verbliebenen Anwälte firmieren nun unter SMP.