Zurück zu Deutschland

Marktüberblick in Deutschland

Der Transportsektor setzt sich zunehmend mit E-Mobility und der Zukunft des Verkehrs auseinander. Das beginnt beispielsweise bei E-Scootern, die in Großstädten vielerorts über Apps gemietet werden können, und geht bis zur modernen Verkehrsinfrastruktur, die auf technologische Bedürfnisse und neue Transportmethoden wie autonomes Fahren abgestimmt ist. Darüber hinaus sorgt der Bereich alternative Antriebssysteme für regen Beratungsbedarf zu unter anderem Themen betreffend Elektrofahrzeuge und Wasserstoffantriebe.

Dieser Innovationstrieb ließ sich auch von der Corona-Pandemie nicht aufhalten, wenngleich der Transportmarkt stark vom veränderten Umfeld betroffen war. Transportwege standen und stehen im Wandel und die Bevölkerung setzt zur Vermeidung des öffentlichen Verkehrs wieder verstärkt auf traditionelle Verkehrsmittel wie Autos. Dies ist gerade im Schienenverkehr bemerkbar, wo einige Bestellungen und Transaktionen erst einmal auf Eis gelegt wurden.

Besonders gravierend ist die Situation jedoch in der Luftfahrt. Während der Frachtverkehr boomt und Airlines Passagiermaschinen für den Warentransport umrüsten, bleibt der Personenverkehr praktisch aus. Die Aviatik stand bereits vor der Covid-19-Krise unter Druck und hatte zahlreiche Konsolidierungen und Insolvenzen zu verzeichnen. Mit dem Einbruch des internationalen Tourismus und dem Ausbleiben von Geschäftsreisenden wird sich die Talfahrt vermutlich weiter fortsetzen.

In der maritimen Wirtschaft hatten die Zeichen zuletzt auf Erholung  gestanden. Der Markt hatte wieder seinen üblichen Verlauf angenommen und einige Unternehmen hatten nach der Umrüstung auf die neuen Umweltvorgaben gar den Ausbau ihrer Flotte in Betracht gezogen. Havarien und Streitigkeiten befanden sich auf einem normalen Niveau. Der weltweite Ausbruch der Pandemie stellte die genesende Branche jedoch auf den Kopf und warf bei Unternehmen wie auch Investoren ganz neue Fragen auf. Rechtliche Unterstützung war speziell hinsichtlich Force-Majeure-Klauseln in laufenden Verträgen und Transportverzögerungen, aber auch im Zusammenhang mit veränderten Frachtvolumina und Reisebeschränkungen bei Crewwechseln gefragt. Im Schiffbau kam es zu einschneidenden Verzögerungen, wenngleich Neubauprojekte nicht gleich vollständig gestoppt wurden.

Die Schifffahrtsbranche wird erneut von Unsicherheit und Labilität regiert, wobei die Kreuzfahrtindustrie besonders stark betroffen ist. Was vor Covid-19 eine äußerst beliebte Urlaubsart war, büßte durch Medienberichten von Quarantäne und verweigerten Landgängen stark an Popularität ein. Mit ausbleibender Kundschaft und gestrichenen Kreuzfahrten gerieten die komplexen Eigentümer- und Finanzierungsstrukturen des Sektors auch langfristig unter Druck. Diese Situation zieht somit auch Kreuzfahrtwerften mit in die Krise.

In der Schiffsfinanzierung sind die Auswirkungen von Corona ebenfalls zu spüren. Im ersten Moment wurden bestehende Finanzierungen angepasst beziehungsweise neue Verhandlungen aufgeschoben. Mit dem Zusammenbruch der klassischen schiffsfinanzierenden Banken sind zunehmend auch kleinere Banken in Finanzierungen involviert. Da Schiffsfinanzierungen in der Regel langfristig ausgelegt sind, werden sich viele Spätfolgen wohl erst in mehreren Jahren zeigen. Im Großen und Ganzen hängt die Schifffahrtsbranche auch vom allgemeinen Wirtschaftsgeschehen ab. In der maritimen Wirtschaft werden somit in Zukunft noch weitere Rückschläge und auch wieder vermehrt Insolvenzen erwartet.