Marktüberblick in Deutschland

Die durch die Covid-19-Krise ausgelösten Disruptionen hielten auch 2021 in der Versicherungsbranche weiterhin an. Nachdem zu Beginn der Pandemie ein klarer Stopp für Transaktionen verfolgt wurde, begannen die Aktivitäten in diesem Bereich zuletzt wieder an Fahrt aufzunehmen, bedingt auch durch einen erhöhten Anpassungsdruck im Rahmen neuer Arbeits- und Lebensrealitäten. Somit geht der Konsolidierungstrend besonders auch für das Lebensversicherungsgeschäft weiter, begleitet von einem wachsenden Beratungsbedarf auf dem Gebiet W&I.Eine zunehmende komplexere Regulierung in diesem Sektor erschwert die Navigation des Marktes und sorgte auch im Berichtszeitraum für einen großen Beratungsbedarf. Verbunden mit einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld sehen sich gerade Pensionskassen in einem für sie äußerst schwierigen Umfeld.Darüber hinaus lief der Ausbau von Asset-Management-Geschäften für Versicherungsunternehmen weiter und Akquisitionen bleiben gerade auch im Immobilienmarkt ein Thema, in dem Versicherer ihre Portfolios auszubauen versuchen. Investitionen laufen außerdem zunehmend unter dem Stichwort ESG, das nun auch im Versicherungsmarkt angekommen ist und sich unter anderem in boomenden Green Bonds niederschlägt.Das Thema InsurTech ist ein stets wachsender Trend, der mit einem enormen Digitalisierungsdruck für das Versicherungsgeschäft einhergeht. Kanzleien arbeiteten deutlich mehr an der Ausarbeitung IT-gestützter Lösungen und InsurTechs stellen nun einen integralen Teil in der Digitalisierung des Versicherungssektors dar. Eine zunehmend ortsungebundene Arbeitsweise verlangt gerade auch in Verbindung mit cloudbasierten und teilautomatisierten Produkten zunehmende Expertise auf dem Gebiet der Cyberversicherungen.In der Streitbeilegung dominierten deckungs- und haftungsrechtliche Themen und kaum eine Kanzlei kam ohne die Bearbeitung von Betriebsschließungs- und Veranstaltungsausfallversicherungen aus.Daneben wuchs auch der Bereich Financial Lines signifikant, in dem D&O- und Managerhaftungsfälle oftmals einen signifikanten Teil der Schadensfälle ausmachten. Eine erhöhte Streitbereitschaft und krisenbedingte Insolvenzen treiben diese Trends weiterhin an, mitunter durch ein härteres Vorgehen der BaFin gegenüber Unternehmen und Geschäftsleitern in Folge des Wirecard-Falls.Auch nach dem Vollzug des Brexits spielte die diesbezügliche Beratung eine Rolle, in der vor allem Neu- und Umstrukturierungen für Nachzügler vollzogen wurden.In der Kanzleilandschaft fanden einige signifikante Veränderungen statt, allen voran der Wechsel des Versicherungsteams bestehend aus Eva-Maria Barbosa, Andreas Börner und Sven Förster von Norton Rose Fulbright zu Clyde & Co LLP im Februar 2021. KPMG Law in Germany verstärkte sich unterdessen nach dem Abgang von Frank Fischer zu Deloitte Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH im April 2021 mit Versicherungsexpertin Linda Oppermann, die bis September 2021 bei Heuking Kühn Lüer Wojtek tätig war. DLA Piper verlor Jan Eltzschig und Counsel Heike Schmitz an Herbert Smith Freehills LLP, die im Oktober 2021 als Partner in das Düsseldorfer Büro der Kanzlei einzogen. Mayer Brown LLP konnte sich zu Beginn des Jahres 2021 mit Christian Horstkotte und Johannes Weichbrodt verstärken, die gemeinsam mit einem Team von drei Associates die Schnittstelle zum Kartellrecht abdecken.